aus dem Taunus in die Welt der Klänge.
Über VINYL-CHECK
Es gab eine Zeit, in der ein Testurteil noch etwas bedeutete. In der ein Satz wie „außergewöhnliche Klangqualität“ das Ergebnis eines Hörvergleichs war und nicht das Ergebnis eines Telefonats. Diese Zeit liegt nicht so weit zurück, wie man meinen möchte — und genau deshalb gibt es VINYL-CHECK.
Der Anfang: 2012, ein YouTube-Kanal, eine Haltung
Angefangen hat alles 2012, mit einem YouTube-Kanal, der sich der Klangqualität von Schallplatten widmete — zu einer Zeit, in der das noch als Nische galt und nicht als Trend. Was folgte, war eine Entwicklung, die man wohlwollend als „Demokratisierung des Hörens“ und weniger wohlwollend als Zustrom vollkommen ahnungsloser Selbstdarsteller bezeichnen könnte, während gleichzeitig das, was sich einst „Fachpresse“ nannte, in immer kleineren Auflagen und immer größerer Abhängigkeit dahinschrumpfte. Beides zusammen hat eine Lücke hinterlassen — und Lücken, das ist eine Erfahrung von über einem Jahrzehnt im Geschäft, füllen sich selten von allein mit Qualität.
Warum es das braucht
Man muss kein Zyniker sein, um zu bemerken, dass in weiten Teilen der heutigen HiFi-Publizistik Textpassagen erstaunlich ähnlich klingen — bis in einzelne Formulierungen hinein, so, als hätte man sich das Hören gegenseitig erspart. Man muss auch keine Verschwörung bemühen: Es genügt, einmal zufällig mitzuhören, wie zwischen Industrie und vermeintlichem Fachmagazin nicht über die Ausleihe eines Testgeräts gesprochen wird, sondern darüber, was am Ende im Testbericht stehen soll — und im gleichen Atemzug über die Taktung künftiger Anzeigenschaltungen. Wer das einmal gehört hat, hört anschließend jede „Bestnote“ ein wenig anders. Die Magazine von heute sind vielerorts nicht mehr Vermittler zwischen Industrie und Kunde, sondern deren verlängerte Werbeabteilung, freundlich formuliert. VINYL-CHECK tritt an, um genau dieses Verhältnis wieder geradezurücken: Die Bedürfnisse der Hörer und die der Industrie lassen sich zusammenführen — nur eben nicht auf Kosten der Wahrheit.
Der Kopf dahinter
VINYL-CHECK hat einen Kopf, wird aber, mit wachsender Freude, um Gastbeiträge erweitert — gute Ohren sind schließlich nicht an eine einzelne Person gebunden. Der eigene Weg dorthin verlief über den ausgebildeten Informatiker und die staatlich geprüfte Elektrofachkraft zum berufsbegleitenden Fernstudium als Tonmeister. Die Feinheiten des Masterings vermittelte niemand Geringeres als Doug Sax, Mitbegründer von Sheffield Lab und The Mastering Lab — eine Schule, in der ein zehntel Dezibel bereits eine Meinungsverschiedenheit auslösen konnte. Das Entwickeln von Lautsprechern lehrte Berndt Stark, tätig für Harman/Kardon, JBL, Quadral und Burmester und Autor des „Lautsprecher-Handbuchs“ — eines jener Bücher, die man nicht liest, sondern durcharbeitet. Und das Sinnieren über HiFi in seiner wortgewandtesten Form ist eine Kunst, die Cai Brockmann beigebracht hat — dass Fachwissen und Eleganz sich nicht ausschließen, sondern bedingen, ist eine Lektion, die sich bis heute in jeder Zeile dieses Magazins wiederfindet.
Wofür wir stehen
Vier Grundsätze tragen VINYL-CHECK, und keiner davon ist verhandelbar:
Qualität zuerst — jede Geschichte entsteht unter der Feder ausgewiesener Kenner, nicht unter dem Diktat einer Mediaplanung.
Gemeinschaft — wir bauen an einer Gemeinschaft passionierter Hörer, die miteinander lernt, statt sich gegenseitig etwas vorzumachen.
Von Menschen für Menschen — Klangeindrücke, wie wir sie tatsächlich gehört haben, nicht wie sie sich gut verkaufen.
Pure Freude — denn am Ende, bei aller Ernsthaftigkeit der Technik, geht es um nichts anderes als die Freude an guter Musik, gut wiedergegeben.
Wo wir stehen
VINYL-CHECK ist bewusst ortlos — seit 2012 auf YouTube, seit 2026 als eigenständiges Magazin, aktuell in deutscher Sprache, mit der klaren Absicht, künftig auch auf Englisch zu erscheinen. Guter Klang kennt schließlich keine Landesgrenzen, nur gelegentlich unterschiedliche Steckdosen.