TRIGON EXCELLENCE — Vollverstärker im Test
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TRIGON EXCELLENCE — Vollverstärker im Test

Sascha September 13, 2026 17 min read

IM ZEICHEN DER STILLEN ÜBERMACHT

Es gibt Häuser in der High-End-Welt, die ihre Existenzberechtigung jedes Jahr aufs Neue mit einem Feuerwerk aus Modellwechseln, Sondereditionen und lauten Versprechen beweisen müssen. Und es gibt jene wenigen, denen genau dieser Beweis längst erlassen ist, weil ihr Name selbst zur Aussage geworden ist. TRIGON Elektronik, seit September 1996 in Fuldabrück ansässig, gehört unzweifelhaft zur zweiten Kategorie. Drei Jahrzehnte deutscher Präzisionsfertigung, in denen sich ein einziger Leitgedanke nie verändert hat – hochwertige Audiokomponenten zu entwickeln und selbst zu produzieren –, haben aus einem Unternehmen eine Institution gemacht, deren Understatement längst selbst zum Statement geworden ist.

Mit dem EXCELLENCE tritt TRIGON nun in jene Disziplin, in der sich der wahre Ehrgeiz eines Herstellers am schonungslosesten offenbart: der integrierte Vollverstärker der Königsklasse. 13.900 Euro UVP sind kein Betrag, den man beiläufig investiert. Es ist die Eintrittskarte in ein Segment, das traditionell von mehrteiligen, kabelverwobenen Vor-Endstufen-Kombinationen regiert wird – ein Terrain, auf dem sich ein einziges Gehäuse rechtfertigen muss, nicht durch Bescheidenheit, sondern durch die Souveränität, mit der es eine ganze Verstärker-Architektur ersetzt.

Wer sich dem EXCELLENCE nähert, tut dies also nicht mit der Neugier des Gelegenheitshörers, sondern mit der geschärften Erwartung dessen, der weiß, wovon in diesem Preissegment die Rede ist. Kein Kompromiss darf hier stattfinden, keine halbherzige Geste in Richtung Massenkompatibilität. Der EXCELLENCE muss beweisen, dass er eine komplette Referenzkette in sich trägt, ohne dass der Hörer je das leise Gefühl bekäme, ihm werde etwas vorenthalten. Ob dieser Anspruch eingelöst wird, ist Gegenstand der folgenden Zeilen – von der ersten Berührung des massiven Gehäuses bis zur letzten, versunkenen Minute intensiven Hörens.

Kategorie: Vollverstärker
Eingänge: 2× XLR (balanced), 2× Cinch (unbalanced), 4× S/PDIF (2× koaxial, 2× optisch), 1× USB
Eingangswiderstand: 47 kΩ
Eingangsempfindlichkeit: 1 V eff. (analog)
Ausgangsleistung: 2 × 200 W an 8 Ω / 2 × 330 W an 4 Ω
Dämpfungsfaktor: > 100 (bez. auf 8 Ω, 1 kHz)
Klirrfaktor (THD+N): < 0,02 %
Ausgänge: 1× Lautsprecher, 1× Kopfhörer (6,3 mm), symmetrischer Preamp-Ausgang
Frequenzgang: 2 Hz – 200 kHz (–3 dB)
Geräuschspannungsabstand: –92 dBA (bez. auf 1 W / 4 Ω)
Standby-Leistungsaufnahme: < 1 Watt
Gewicht: 26,1 kg
Abmessungen (B × H × T): 440 × 179 × 425 mm
Garantie: 3 Jahre
Herstellung: Deutschland (Fuldabrück, Hessen)
Preis (UVP): 13.900 €

Es gibt einen Moment, kurz nachdem man den EXCELLENCE aus seiner Verpackung gehoben hat, in dem sich die Beziehung zwischen Hörer und Gerät bereits entscheidet – und dieser Moment hat mit 26,1 Kilogramm zu tun. Kein Kilogramm zu viel, keines zu wenig: jedes Gramm dieser Masse erklärt sich aus einer Endstufenauslegung, die keine Rücksicht auf Transportbequemlichkeit nimmt, sondern ausschließlich auf klangliche Substanz. Wer den EXCELLENCE auf sein Rack hebt, hebt kein Möbelstück, sondern ein Bekenntnis.

Und doch verweigert sich dieses Bekenntnis jeder Lautstärke im gestalterischen Sinn. Während andere Häuser dieser Preisklasse mit skulpturalen Fronten, demonstrativ freigelegten Kühlrippen oder inszenierten Materialkontrasten um Aufmerksamkeit buhlen, wählt TRIGON den entgegengesetzten, weitaus anspruchsvolleren Weg: eine Formensprache, die so klar und zeitlos bleibt, dass sie in zwanzig Jahren ebenso selbstverständlich wirken wird wie heute. Die Frontplatte ist wahlweise in Silber oder Schwarz zu haben – doch die Drehregler, dieses zentrale Element jeder haptischen Begegnung mit dem Gerät, bleiben unabhängig von dieser Wahl stets in Silber ausgeführt. Es ist eine kleine, fast unscheinbare Entscheidung, und gerade darin liegt ihre Größe: Sie verrät eine Marke, die nicht dem Zeitgeist folgt, sondern eine eigene, in sich stimmige Ästhetik pflegt, die keiner Rechtfertigung bedarf.

Die Fertigungsqualität selbst bewegt sich auf jenem Niveau, das man von einem Gerät dieser Güteklasse erwartet, und übertrifft diese Erwartung an mancher Stelle noch. Die Fugen zwischen Frontplatte und Gehäusekorpus sind mit einer Sorgfalt gearbeitet, die keinen Spalt zulässt, der das Auge stören könnte. Wer die Drehregler zwischen die Finger nimmt, spürt sofort: Hier wurde nicht irgendein Potentiometer verbaut, sondern ein Bedienelement, das fein rastend seinen Weg durch die Werteskala findet, mit jenem diskreten, fast unhörbaren weichen Klicken, das man sonst eher von mechanischen Präzisionsinstrumenten kennt als von Unterhaltungselektronik. Beide zentralen Drehregler lassen sich zudem drücken – eine Geste, die auf den EXCELLENCE reagiert, als hätte sie genau darauf gewartet, und die Navigation durch Menü und Funktionen zu einem beinahe intuitiven Akt macht, bei dem die Hand vorausdenkt, bevor der Verstand die nächste Auswahl trifft.

Der Lautstärkeregler ist von einem LED-Ring umgeben, der die aktuelle Lautstärke sichtbar macht und dessen Leuchtkraft sich im Menü so fein dosieren lässt, dass er im abgedunkelten Hörraum niemals als störendes Licht wahrgenommen wird, sondern als dezente, fast atmosphärische Ergänzung zur Musik. Das automatisch abschaltbare siebenzöllige Display fügt sich in dieselbe zurückhaltende Bildsprache ein, ebenso die Tasten für Mono, Menü und Lautsprecher, deren individuelle Beleuchtung in Farbe zu wechseln und in Helligkeit dimmbar ist. Nirgends an diesem Gerät wirkt etwas nachgerüstet, additiv oder wie ein digitales Zugeständnis an eine analoge Gehäusephilosophie. Alles fügt sich zu einer Einheit, die Ruhe ausstrahlt, ohne träge zu wirken, und Präzision, ohne kalt zu erscheinen.

Am Ende bleibt der Eindruck eines Geräts, das keine einzige Kompromisslinie in Material und Verarbeitung zieht, ohne sich dabei je in den Vordergrund zu drängen. Der EXCELLENCE sieht so aus, wie er klingt: souverän, unaufgeregt, und mit jener stillen Gewissheit ausgestattet, die keine Beweise mehr benötigt, weil sie sich in jedem Handgriff von selbst erklärt.

Wer den EXCELLENCE von hinten betrachtet, versteht sofort, dass hier niemand an halbherzigen Kompromissen interessiert war. Zwei symmetrische XLR-Eingänge und zwei unsymmetrische Cinch-Eingänge stehen für die analoge Welt bereit, mit einem Eingangswiderstand von 47 kΩ und einer Eingangsempfindlichkeit von 1 Volt effektiv, die praktisch jede hochwertige Quelle ohne Anpassungsprobleme willkommen heißt. Die digitale Seite zeigt sich ebenso großzügig: zwei koaxiale und zwei optische S/PDIF-Eingänge sowie ein USB-Port für den direkten Computeranschluss öffnen dem EXCELLENCE nahezu jeden denkbaren digitalen Zuspielweg, vom Streaming-Transport bis zum Notebook mit lokaler Bibliothek.

Auf der Ausgangsseite erwartet den Hörer ein klassischer Lautsprecherausgang für Impedanzen ab 2 Ohm, ein Kopfhöreranschluss an der Front für 6,3-Millimeter-Klinkenstecker ab 32 Ohm Impedanz sowie ein symmetrischer Preamp-Ausgang, der wahlweise im PRE-Modus – lautstärkegeregelt, etwa für aktive Lautsprecher oder externe Endstufen – oder im REC-Modus arbeitet, bei dem das Signal unverändert vor dem Lautstärkeregler abgegriffen wird. Eine 10-Volt-Remote-Buchse erlaubt das gemeinsame Schalten weiterer Endstufen oder aktiver Subwoofer, und wer sein Signal durch einen externen Equalizer oder Prozessor führen möchte, findet in einem dedizierten Send/Return-Paar, aktivierbar über die Split-Funktion, genau das dafür vorgesehene Werkzeug.

Der Funktionsumfang, den TRIGON in die Menüstruktur des EXCELLENCE gepackt hat, ist von einer Detailversessenheit, die man selten in dieser Konsequenz antrifft. Sieben unterschiedliche DAC-Filtercharakteristiken – von schnellem bis langsamem Roll-off, von Linear- bis Minimum-Phase-Filtern bis hin zu einem Brickwall-Filter – erlauben eine klangliche Feinjustage des digitalen Wandlers, die man sonst eher im professionellen Studioumfeld erwartet als in einem Wohnzimmerverstärker. Eingänge lassen sich individuell benennen, Pegel pro Quelle angleichen, die Startlautstärke begrenzen und die Displaydarstellung aus acht Hintergrundmotiven auswählen.

Diese Fülle an Möglichkeiten wäre wenig wert, ließe sie sich nicht ebenso mühelos erschließen, wie sie tief ist – und genau hier zeigt sich die eigentliche Kunst der Bedienkonzeption. Die Drehregler, die auch gedrückt werden können, sind fein rastend ausgeführt und machen aus der Navigation durch Menü und Funktionen einen Vorgang von beinahe haptischer Eleganz: ein Drehen, ein Drücken, eine Bestätigung – nie mehr, als der Moment verlangt. Ergänzt wird dieser Bedienkomfort durch die optionale Systemfernbedienung Director Premium. Ein durchdachtes Schutzschaltungskonzept gegen Hochfrequenzstörungen, Übertemperatur, DC-Offset und Überlast rundet das Bild ebenso ab wie eine dreijährige Herstellergarantie und eine mit spürbarer Sorgfalt verfasste, deutsch- und englischsprachige Bedienungsanleitung – Details, die in ihrer Summe belegen, dass hier niemand an der Dokumentation gespart hat, nur weil sie selten im Rampenlicht steht.

Getestet wurde der EXCELLENCE im VINYL-CHECK-Hörraum, eingerichtet nach den Vorgaben der EBU Tech 3276 und damit ein Ort, an dem sich klangliche Wahrheiten nicht hinter akustischen Zufälligkeiten verstecken können. Drei Lautsprecherkonzepte dienten als Schallwandler, und sie forderten dem EXCELLENCE zwei grundverschiedene Rollen ab: An der DEUTSCH Acoustics Schallwand „Aktiv“ fungierte der Vollverstärker ausschließlich als reine Vorstufe, da diese Konstruktion über eine aktive Frequenzweiche und getrennte Endstufenbestückung verfügt. An den passiv betriebenen Atlantis Lab AT 38 PRO und den Canton Reference Alpha 1 hingegen musste der EXCELLENCE seine volle Endstufenleistung unter Beweis stellen. Diese bewusst heterogene Konstellation zumutete dem Gerät nicht nur unterschiedlichste Impedanzverläufe und Wirkungsgrade, sondern prüfte auch, ob seine klangliche Handschrift gleichermaßen überzeugt, wenn er als vollwertiger Verstärker oder als reine Signalquelle für ein aktives System agiert.

Digital wurde der Verstärker über einen Electrocompaniet-Zuspieler angesteuert, der hochauflösende Quellen über ROON bereitstellte. Auf analoger Seite bildete ein Dr. Feickert Analogue Virgo SE Laufwerk mit dem Dr. Feickert Analogue Straight-12-Tonarm und einem Dynavector DV XV 1S Tonabnehmer das Herzstück der Kette; das feine Signal des Tonabnehmers wurde dabei über den Dr. Feickert Analogue Vero auf Line-Pegel gehoben, ehe es den EXCELLENCE erreichte. Ein Laufwerk-Tonarm-System-Phonovorstufen-Verbund von einer Auflösungsfähigkeit, die keinerlei Schwäche in der nachgeschalteten Elektronik verzeiht, sollte eine solche vorhanden sein.

Diese Kombination aus akustisch kalibriertem Raum, zwei Betriebsarten des EXCELLENCE – als Vollverstärker wie als reine Vorstufe –, drei grundverschiedenen Lautsprecherkonzepten und einer analogen wie digitalen Quelle von Referenzformat schuf jene Bedingungen, unter denen sich die wahre Klasse eines Geräts erst zeigt: nicht im Labor, sondern im gelebten, anspruchsvollen Hörsituationsalltag eines Publikums, das sich mit nichts Geringerem zufriedengibt.

Es gibt Verstärker, die sich einem sofort aufdrängen, die in den ersten Sekunden mit betonter Wärme oder demonstrativem Bassdruck um Sympathie werben, wie ein Gastgeber, der zu laut lacht, um Souveränität zu simulieren. Der EXCELLENCE tut nichts von alledem. Er betritt den Hörraum nicht, er löst sich vielmehr in ihm auf – und genau in diesem Verschwinden liegt seine größte Kunst. Wer ihm zum ersten Mal lauscht, sucht instinktiv nach einer Handschrift, einer Färbung, einem Wiedererkennungsmerkmal – und findet keines. Was bleibt, ist die Musik selbst, unverstellt, als hätte zwischen Quelle und Lautsprecher nie ein Verstärker gestanden.

Diese tonale Neutralität ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Verstärkerauslegung, die sich weigert, Partei zu ergreifen. Über das gesamte Spektrum hinweg – von den unteren Mitten bis in die feinsten Höhen – bleibt die Klangfarbe von einer Konstanz, die weder die samtige Beschönigung mancher Röhrenkonstruktion noch die klinische Kälte mancher rein transistorbasierter Entwürfe kennt. Im Wechsel zwischen der DEUTSCH Acoustics Schallwand, den kompakteren Atlantis Lab AT 38 PRO und den Canton Reference Alpha 1 bleibt dieser tonale Charakter über alle drei so unterschiedlichen Lastprofile hinweg verblüffend stabil – ein Beleg für ein Netzteil und eine Endstufenarchitektur, die sich von wechselnden Impedanzverläufen nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Direktheit ist das zweite große Thema, das sich durch jede Hörsitzung zieht wie ein roter Faden. Der EXCELLENCE reagiert auf jeden Impuls mit einer Unmittelbarkeit, die keine Verzögerung, kein Zögern, keine Verrundung kennt. Der Anschlag einer Klaviertaste, das plötzliche Zupfen einer Kontrabasssaite, das jähe Einsetzen eines Schlagzeugs aus dem Nichts heraus – all das geschieht mit einer Konsequenz, die man in dieser Preisklasse erhoffen darf, aber selten in dieser Reinheit vorfindet. Diese Direktheit steht in engster Verwandtschaft zur Dynamikfähigkeit des Verstärkers, die sich sowohl im Großen als auch im Kleinen zeigt. Ein abrupter Übergang von kammermusikalischem Pianissimo zu orchestralem Tutti wird ohne jede hörbare Kompression gemeistert, ohne dass sich der tonale Grundcharakter auch nur im Geringsten verschöbe – eine Souveränität, die angesichts von 200 respektive 330 Watt an 8 und 4 Ohm wenig überraschen mag, im tatsächlichen Hörerlebnis aber dennoch beeindruckt, weil sich diese enormen Reserven niemals aufdrängen, sondern sich schlicht bereithalten, für den Moment, in dem man sie braucht.

Auch im Feindynamischen – jenem Bereich der leisen, kaum merklichen Lautstärkeschwankungen innerhalb einer musikalischen Phrase – bleibt der EXCELLENCE mit einer Aufmerksamkeit präsent, die aus einer technisch korrekten zu einer emotional berührenden Wiedergabe wird. Das langsame Anschwellen eines gehaltenen Streicherakkords, die minimalen Anschlagsunterschiede eines Pianisten, der mit seiner Dynamik spielt wie mit einer eigenen Sprache – all das zeichnet der EXCELLENCE nach, mit einer Ruhe im Grundrauschen, die dem exzellenten Geräuschspannungsabstand von –92 dBA zu verdanken ist.

Die Sauberkeit dieser Wiedergabe offenbart sich besonders eindrücklich im direkten Vergleich zwischen analogem und digitalem Zuspielweg. Über den Dr. Feickert Virgo SE mit dem Dynavector DV XV 1S trägt der EXCELLENCE die feinste Struktur der Rille mit einer Gelassenheit in den Raum, die niemals in Schärfe umschlägt – ein Verdienst nicht zuletzt der niedrigen Verzerrungswerte von unter 0,02 Prozent THD+N, die sich als vollkommene Störungsfreiheit im Hintergrund jeder Aufnahme bemerkbar machen. Über die digitale Zuspielung via Electrocompaniet und ROON bestätigt sich derselbe Eindruck: Der integrierte Wandler, dessen sieben Filtercharakteristiken sich nach persönlichem Geschmack justieren lassen, bleibt frei von jener digitalen Härte oder Verwaschenheit, die manch anderen Vollverstärker dieser Preisklasse verrät.

Diese Sauberkeit geht Hand in Hand mit einer Auflösung und Detailzeichnung, die der Preisklasse in jeder Hinsicht gerecht wird. Feinste Nebengeräusche einer Aufnahme, das langsame Ausklingen eines Beckens, der Raumhall hinter einer Solostimme – all das bildet der EXCELLENCE mit einer Feinauflösung ab, die niemals analytisch seziert, sondern stets im Dienst der musikalischen Aussage bleibt. Es ist jene seltene Art von Detailreichtum, die sich nicht aufdrängt, sondern sich erst dem geduldigen, konzentrierten Hören offenbart – das eigentliche Unterscheidungsmerkmal zwischen kurzfristig beeindruckender Vordergründigkeit und echter Langzeittauglichkeit.

Räumlich zeichnet der EXCELLENCE ein Klangbild von bemerkenswerter Stabilität und Tiefenstaffelung. Instrumente und Stimmen erhalten einen klar konturierten, dreidimensionalen Ort innerhalb der Bühne, ohne dass diese Bühne künstlich aufgebläht oder unnatürlich verbreitert würde. Diese präzise Abbildung bleibt auch dann erhalten, wenn viele Klangquellen gleichzeitig aktiv sind – ein Beleg für eine Kanaltrennung und eine Verstärkerarchitektur, die keine Stimme im Gesamtbild verschluckt, sondern jeder ihren eigenen, unverwechselbaren Platz zugesteht.

Im Bassbereich schließlich demonstriert der EXCELLENCE jene Kontrolle, die man von einem Verstärker mit einem Dämpfungsfaktor größer 100 erwarten darf, und übertrifft diese Erwartung mit einer Selbstverständlichkeit, die beeindruckt. Tieftonimpulse werden nicht nur mühelos erzeugt, sondern ebenso mühelos wieder eingefangen – kein Nachschwingen, kein Verschmieren, sondern ein Bass, der Kontur und Tiefe in seltener Einheit bietet. Über alle drei getesteten Lautsprecher hinweg, von der kompaktesten bis zur größten Konstruktion, bleibt diese Basskontrolle bemerkenswert konstant, was sich der großzügig dimensionierten Endstufenauslegung mit acht Leistungstransistoren pro Kanal zuschreiben lässt.

Am Ende bleibt ein Gesamteindruck, der sich kaum in einem einzigen Satz einfangen lässt, ohne ihm Unrecht zu tun: Der EXCELLENCE musiziert neutral, ohne je kühl zu wirken; präzise, ohne je steril zu klingen; direkt, ohne je aufdringlich zu sein. Er ist ein Verstärker, der sich selbst zurücknimmt, um der Musik den Vortritt zu lassen – und genau diese Geste der Selbstlosigkeit ist es, die man von einem Gerät dieser Preisklasse erwarten darf, aber nur selten in dieser Konsequenz tatsächlich erlebt.

Mit einem UVP von 13.900 Euro bewegt sich der EXCELLENCE in einem Preissegment, das über Jahrzehnte von getrennten Vor-Endstufen-Kombinationen dominiert wurde – Architekturen, die zusätzlichen Rackplatz, weitere Verbindungskabel und in der Regel ein zweites oder drittes Netzteil verlangen. Der EXCELLENCE tritt diesem Umfeld mit einem selbstbewussten Gegenentwurf entgegen: Er vereint Vorverstärkung und Endstufenleistung in einem einzigen, in sich geschlossenen Gehäuse, ohne dass dieser Verzicht auf Modularität an irgendeiner Stelle klanglich als Kompromiss spürbar würde.

Für audiophile Käuferinnen und Käufer, die in dieser Preisregion ohnehin über eine mehrteilige Vorstufen-Endstufen-Architektur nachdenken, stellt sich mit dem EXCELLENCE eine grundsätzliche Frage: ob die zusätzliche Komplexität einer getrennten Lösung überhaupt noch einen hörbaren Mehrwert verspricht, wenn ein einziges, kompakteres Gerät dieselbe klangliche Souveränität und dieselben Leistungsreserven bereitstellt. Diese Überlegung betrifft nicht allein den Anschaffungspreis, sondern ebenso die langfristigen, praktischen Dimensionen eines Systems – weniger Kabel, weniger potenzielle Fehlerquellen, weniger beanspruchter Raum. Der EXCELLENCE positioniert sich damit nicht als Kompromisslösung für jene, die sich keine getrennte Kombination leisten können, sondern als bewusste, ebenbürtige Alternative für jene, die eine solche Kombination schlicht nicht mehr benötigen.

Zieht man ein zusammenfassendes Urteil, so fällt es beim EXCELLENCE von einer Eindeutigkeit aus, die selten geworden ist. In Verarbeitung und Design gibt es nichts, was den Blick des kritischen Betrachters innehalten ließe – im Gegenteil: Materialwahl, Fertigungspräzision und eine zurückhaltende, zeitlose Formensprache fügen sich zu einem stimmigen Ganzen, das seine Hochwertigkeit niemals behaupten muss, weil sie sich in jeder Berührung, jedem Drehen, jedem fein rastenden „Klicken“ von selbst erschließt. Auch bei den Bedienelementen und ihrer Haptik bleibt kein Wunsch offen – jeder Drehknopf, jede Taste vermittelt jenes mechanische Vertrauen, das man von einem Gerät dieser Preisklasse erwarten darf und das hier ohne jede Einschränkung eingelöst wird.

Ähnlich überzeugend präsentiert sich der EXCELLENCE bei Ausstattung und Bedienung. Die Fülle an analogen und digitalen Anschlussmöglichkeiten lässt kaum einen Wunsch offen, der Funktionsumfang reicht von individuell anpassbaren DAC-Filtern bis zu einer durchdachten Farbanpassung, und der Bedienkomfort profitiert sowohl von der intuitiven Menüführung am Gerät als auch von der optionalen Fernbedienung. Auch Lieferumfang und Dokumentation, inklusive einer mit spürbarer Sorgfalt verfassten deutsch und englischsprachigen Anleitung und einer dreijährigen Garantie, unterstreichen den durch und durch professionellen Gesamteindruck.

Das eigentliche Kapital des EXCELLENCE liegt jedoch, wie bei jedem ernstzunehmenden Verstärker, in der Klangqualität. Dynamik und Auflösung bewegen sich auf einem Niveau, das keine Wünsche offenlässt, die räumliche Abbildung überzeugt durch Stabilität und Tiefenstaffelung, die tonale Balance durch ihre unbestechliche Neutralität, und die Basskontrolle durch eine Kontur, die auch anspruchsvollste Lautsprecherlasten souverän beherrscht. Der Gesamteindruck, den der EXCELLENCE über alle Testszenarien hinweg hinterlässt, ist der eines Verstärkers, der auf ganzer Linie liefert, was sein Name verspricht – ohne dass sich dabei irgendwo auch nur der Schatten eines Abstrichs zeigen würde.

Der TRIGON EXCELLENCE ist kein Vollverstärker für den unbedarften Einstieg in die audiophile Welt, und er beansprucht auch nicht, einer zu sein. Er richtet sich an jene Hörerinnen und Hörer, die eine etablierte, hochwertige Kette besitzen oder aufbauen möchten, ohne sich der zusätzlichen Komplexität einer mehrteiligen Vor-Endstufen-Lösung aussetzen zu wollen – und die bereit sind, für diese seltene Verbindung aus Kompaktheit und klanglicher Souveränität den entsprechenden Preis zu entrichten.

Wer den EXCELLENCE hört, versteht rasch, warum er so manche Vorstufen-Endstufen-Kombination überflüssig macht: Seine Leistungsreserven von 200 respektive 330 Watt an 8 und 4 Ohm treiben die allermeisten am Markt erhältlichen Lautsprecher mühelos an, auch solche mit anspruchsvollem Impedanzverlauf oder geringem Wirkungsgrad. Gleichzeitig bewahrt der Verstärker über die gesamte Leistungsbandbreite hinweg jene tonale Neutralität und Direktheit, die ihn zu einem verlässlichen, ermüdungsfreien Begleiter selbst für die längsten, versunkensten Hörabende macht.

Für alle, die einen einzigen, in sich geschlossenen Verstärker suchen, der keine klanglichen Kompromisse gegenüber einer getrennten Lösung eingeht, dabei aber Stellfläche, Verkabelungsaufwand und potenzielle Fehlerquellen reduziert, ist der EXCELLENCE eine uneingeschränkte Empfehlung. Er ist ein Gerät für Musikliebhaber, die genau wissen, was sie wollen, und die keine Lust mehr haben, sich mit Kompromissen zufriedenzugeben, nur weil ein einzelnes Gehäuse angeblich nicht genug leisten kann.

Der TRIGON EXCELLENCE beweist das Gegenteil – mit einer Souveränität, die sich niemals aufdrängt, aber jederzeit da ist, in dem einen Moment, in dem man sie wirklich braucht.

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